Industrievereinigung

Jahresserie: Die Zukunft im Rückblick

Was uns in Zukunft beschäftigen wird: Beim BZ-Zukunftsforum sprachen Mitglieder der Industrievereinigung Bietigheim-Bissingen über die Zukunft des Mittelstandes, den Euro und den „Wandel als Motor“ (Foto li.). Zu den ganz großen Themen der Zukunft gehören der demografische Wandel und die Mobilität, vor allem die Elektromobilität. Fotos:Pangerl, Kalb, Kuhnle
BIETIGHEIMER ZEITUNG vom 28.12.2012
(Foto li.) Was uns in Zukunft beschäftigen wird: Beim BZ-Zukunftsforum sprachen Mitglieder der Industrievereinigung Bietigheim-Bissingen über die Zukunft des Mittelstandes, den Euro und den „Wandel als Motor“. Zu den ganz großen Themen der Zukunft gehören der demografische Wandel und die Mobilität, vor allem die Elektromobilität. Foto:Pangerl, Kalb, Kuhnle
Wie sieht unsereWelt in 20 Jahren aus? Wie werden wir leben, was wird uns beschäftigen? Diese Fragen haben wir uns im Rahmen unserer Serie „Wir in
20 Jahren“ zwölf Monate lang jeden Freitag gestellt.

Wie sagt man so schön: „Prognosen sind schwierig,insbesondere wenn sie die Zukunftbetreffen.“ Schwierig vielleicht, aber nicht unmöglich. So lautet unser Fazit, nachdem wir uns im Rahmen unserer großen Jahresserie „Wir in 20 Jahren“ zwölf Monate lang jeden Freitag genau mit einem beschäftigt haben: Prognosen. Wie werden wir im Landkreis Ludwigsburg in 20 Jahren leben?Welche Themen werden uns beschäftigen? Wo müssen wir schon heute reagieren? Fragen über Fragen, die wir in den zurückliegenden Monaten in mehr als 50 Serienteilen beantworten wollten. Fachleute, Betroffene und Verantwortliche haben uns dabei unterstützt. Gemeinsam mit ihnen haben wir Trends aufgespürt, Entwicklungen abgewogen und mögliche Strömungen benannt. Wir haben große Themenfelder, die viele betreffen, aufgegriffen, aber auch Spartenbereiche, die uns dennoch interessant erschienen. Nicht immer ging es dabei darum, treffsichere Aussagen zu treffen, sondern auch einfach darum, zu überlegen: Wie könnte es in 20 Jahren sein? Eine spannende Frage, auf die  uns unsere Gesprächspartner die unterschiedlichsten Antworten gegeben haben.

Die Ludwigsburger Schulamtsleiterin Gabriele Traub beispielsweise ist überzeugt: Im Jahr 2032 wird es nur noch Gemeinschaftsschulen geben. Der Unterricht werde noch individueller werden, glaubt sie zudem. Gleichzeitig werde es wohl weniger Einrichtungen geben, denn schon heute sei absehbar,  ass die Schülerzahlen künftigweiter sinken würden.Der demografische Wandel lässt grüßen. Apropos: Die zunehmende Überalterung der Gesellschaft wird nicht nur auf die Schule Einfluss haben. Sondern auf alle Lebensbereiche.  Damit müssen die zahlreichen Vereine umgehen, denen die Mitglieder buchstäblich wegsterben, aber auch die Unternehmen, die schon heute an Strategien feilen, wie sie dem zunehmenden Fachkräftemangel begegnen. Überdies die Städte und Gemeinden, die ganz neue Angebote ür die wachsende Zahl von  Senioren schaffen müssen. Da geht es unter anderem um die Bereitstellung on ausreichend Pflegeplätzen, um Barrierefreiheit oder Gesundheitsangebote. Aber auch darum, die Rentner von morgen aktiver  einzubinden, beispielsweise im Ehrenamt, das immer wichtiger werden wird. Vielerorts haben die Kommunen die Bürger schon ins Boot geholt. In tädten wie Ludwigsburg oder Bietigheim-Bissingen wird beispielsweise in Zukunftswerkstätten gemeinsam überlegt, wo es mit dem Heimatort hingehen soll. Einige Themen geraten dabei immer wieder in den Blick: alternative Wohnformen, verbunden mit dem Wunsch, auch im Alter noch daheim zu leben, Mobilität und soziale Netzwerke. Aber auch das Thema Verkehr in der wirtschaftsstarken Region Stuttgart, dem wir uns ebenfalls – auf der Straße und auf der Schiene – in zwei Folgen gewidmet haben.

Bei unseren Recherchen sind wir  auch auf Lebensbereiche gestoßen, denen der demografische Wandel zwar zu schaffen macht, die gleichzeitig aber noch mit anderen Problemen kämpfen. Dazu gehören die Kirchen, die stetigMitglieder verlieren, weil viele heutzutage anderswo Antworten auf die Fragen des Lebens suchen. Aber auch die Landwirtschaft, die vielen Bauern nicht mehr lukrativ erscheint, weshalb die Hofnachfolgeregelung immer schwieriger werden wird. Beim Blick auf die Kultur haben wir von Experten gelernt, dass der Bürger in Zukunft mehr einbezogen werden wird. Weniger Sponsoring, mehr bürgerschaftliche Projekte, so lautet die Prognose.

Darüber hinaus haben wir uns mit der Zukunft des Weinbaus befasst, uns über die Frisuren- und Figurentrends informiert, über das Essverhalten der Menschen, über neue Antriebe und den Arbeitsmarkt der Zukunft gesprochen. Mit unseren Fachleuten haben wir überlegt, wie in 20 Jahren geheiratet wird, welche Werte uns wichtig sein werden, mit welchen Spielsachen sich unser Nachwuchs vergnügen wird oder wie das Klima im Jahr 2032 im Landkreis sein wird. Wichtig war uns dabei stets, die Themen für unsere Leser abwechslungsreich aufzuarbeiten. Zweimal haben wir beispielsweise eine Expertenrunde in unserem BZ-Forum veranstaltet und mit Vertretern von Vereinen und aus der Wirtschaft spannende Gespräche über kommende Herausforderungen geführt. Ein weiterer Höhepunkt war sicherlich die Zukunftsmesse Energie in Neckarwestheim, bei der wir Fachleute und Politiker zum Thema Energiewende zuWort kommen ließen. Wie sehen junge Leute von heute ihre Zukunft? Das wollten wir im Dezember von sechs angehenden Abiturienten des Beruflichen Schulzentrums in Bietigheim-Bissingen wissen. Wo sie in 20 Jahren stehen, darauf gaben die jungen Leute unterschiedliche Antworten. Einig sind sie sich jedoch bei einer Sache, und zwar nicht nur untereinander, sondern auch mit allen Experten, mit denen wir es im Jahr 2012 zu tun hatten: Die Zukunft mag viele Risiken bergen, aber auch jedeMenge Chancen.  
Industrievereinigung Bietigheim-Bissingen